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Bestandsschutz in elektrischen Anlagen - wer haftet?

Die Thematik des "Bestandsschutz" von elektrischen Anlagen ist immer wieder ein kritisches und kontrovers diskutiertes Themenfeld. Insbesondere bei Erweiterung elektrischer Anlagen im Altbestand stellt sich die Problematik der Teil- und Komplettsanierung. Wann greift die Anlagensicherheit auf Basis der Betriebssicherheitsverordnung? Wer haftet, wenn eine Anlage weiter betrieben wird, diese aber den heutigen Regeln der Technik nicht entspricht und eine erhöhte Brandgefahr besteht? Ausnahmslos der Anlagenbetreiber - oder steht der ausführende Elektrobetrieb mit in der Verantwortung? Müssen elektrische Anlagen angepasst - sprich erneuert werden oder tritt der Fall des Bestandschutzes ein?

Diese Frage wird zwischen Haus- oder Wohnungseigentümern, in gewerblichen Objekten von der Geschäftsleitung, Sachverständigen und Errichtern elektrischer Anlagen häufig sehr gegensätzlich und widersprüchlich diskutiert. Diese Diskussionen führen dazu, dass für den jeweiligen Einzelfall oft keine optimale bzw. fachlich korrekte Lösung gefunden wird. Das verwundert nicht, denn wenn es darum geht, eine alte Elektroinstallation zu erweitern oder zu modernisieren und dabei dem technischen Stand anzupassen, wird der Ruf nach dem Bestandsschutz laut und letztendlich geht es dabei meistens um viel Geld.

Der finanzielle Aspekt darf allein jedoch nie ausschlaggebend für die Beantwortung der eingangs gestellten Frage sein. Es müssen neben rein rechtlichen und normativen Vorgaben immer auch sicherheitstechnische Erwägungen bei der Entscheidung für den Umfang der Anpassung der Elektroinstallation eine Rolle spielen.

In den Workshops, die von den ELKOnet-Partnern angeboten werden, erklären die Dozenten fallorientiert die Problematik des Bestandsschutzes in Gewerbe- und Industrieobjekten.

Anhand von Fallbeispielen muss der Kursteilnehmer entscheiden, ob für die Begründung des Bestandsschutzes (siehe unten) die Grunddefinition ausreicht oder ob gegebenenfalls eine Anpassungspflicht besteht.

Durch den Workshop-Charakter entstehen aufgrund der Auswahl der Fallbeispiele gewollt eine Diskussion und damit ein Erfahrungsaustausch unter den Kursteilnehmern. Neben der fachlichen Betrachtung zu den Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes, des Produktsicherheitsgesetztes, der Betriebssicherheitsverordnung und der Maschinenrichtlinie erwartet den Teilnehmer auch die Aufarbeitung der rechtlichen Folgen aus dem Straf- und Zivilrecht.

Bei dem Workshop wird auch deutlich, dass man eine elektrische Anlage nicht grundsätzlich nach einem standardisierten Schema in die Thematik "Bestandsschutz ja/nein" einstufen kann. Jede Anlage ist individuell zu betrachten, dabei können sich durch Aspekte wie z. B. des akuten Brandschutzes, der Raum- oder Gebäudeart und deren Nutzung (z. B. landwirtschaftliche Betriebsstätten oder feuergefährdete Betriebsstätten oder Arbeitsplätze für die gewerbliche Nutzung etc.) ganz unterschiedliche Beurteilungen ergeben.

Um kompetent beim Kunden auftreten zu können, hat sich dieses Seminar als ein MUSS für jeden erfahrenen Elektromonteur, Obermonteur und Elektromeister erwiesen.

Grunddefinition:

Im Bereich der Elektrotechnik ist folgende Regelung zur Umsetzung der "Bestandsschutzproblematik" allgemein anerkannt: "... wenn die elektrische Anlage zu Ihrem Errichtungszeitpunkt den "Allgemein anerkannten Regeln der Technik" entsprochen hat, besteht Formal "Bestandsschutz..." Ausnahmen, in denen der Bestandschutz nicht greift, sind: Anpassungsforderung, Nutzungsänderung, akute Gefahr im Verzug, wesentlichen Änderungen oder Erweiterungen (Neuanlage)."

Bei Interesse an einem Kurs zum Theman Bestandsschutz wenden Sie sich an Frau Müller.