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ELKOnet-Spezialisten für Infrastruktursysteme der Elektromobilität auf Pole-Position

Die Zahl der zugelassenen Elektroautos ist in 2012 mit 7.114 um circa 2.600 Einheiten nur langsam gestiegen. Aber bis zu den 1,4 Mio. installierten Ladepunkten in 2020 ist es noch ein weiter Weg. Umso erfreulicher ist es nun, dass die EU mit einem Maßnahmenpaket jetzt ein klares Zeichen für die flächendeckende Einführung der Elektromobilität setzt und mit der am Markt herrschenden Unsicherheit hinsichtlich der Ladestecksysteme aufräumt. Die Europäische Kommission informierte in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung über ein ehrgeiziges Maßnahmenpaket zum Aufbau alternativer Tankstellen in ganz Europa. In dem vorgestellten Vorschlag wird für jeden Mitgliedstaat eine Mindestanzahl von Ladestationen mit einem einheitlichen Ladestecker vorgeschrieben. Ziel dabei ist es, eine kritische Masse an Ladestationen zu schaffen, damit die Industrie Elektroautos in Massenproduktion und damit zu vertretbaren Preisen herstellt. Zudem hat die Kommission die Verwendung des Steckers vom „Typ 2“ zur gemeinsamen Norm für ganz Europa erklärt.

Für die über 450 Teilnehmer der E-Mobility-Schulungen des Kompetenznetzwerks ELKOnet ist das ein wichtiges Signal für die Zukunft. Denn seit 2012 werden an den verschiedenen ELKOnet-Standorten Einführungsseminare, Grundlagenkurse und Aufbaumodule zum/r „Spezialist/in (ELKOnet) für Ladeinfrastrukutursysteme der Elektromobiltät (ET/IT)“ / „Experte/in (ELKOnet) für Elektromobiliät“ angeboten. Schon im Grundlagenbereich wurden die Kursteilnehmer in Lade- und Steckvorrichtungssysteme, Ladeleistung und -zeiten, die Ladeinfrastruktur, induktives und konduktives Laden, Gleichstromladung sowie die Inbetriebnahme von Ladesystemen eingewiesen. Denn kaum ein Autohändler oder Kunde macht sich über die elektrischen Gefahren hinter der Wall-Box Gedanken. Schließlich wird die Elektroinstallation deutlich aufgewertet, wenn z. B. der über 30.000 Euro teure C-Zero in der Garage „eingesteckt“ wird. Die Performance der Installation muss einfach stimmen, wenn der Kunde seinen neuen Smart Brabus in einer einstündigen Schnellladung mit 22kW/400V am Home-Charger auflädt. Eine fehlerhafte Infrastruktur würde hier schnell zu Gefahren führen.

Seit Spätsommer 2012 bietet das Kompetenznetzwerk ELKOnet die weiteren Module „Planung und Auslegung von Elektro-Infrastruktursystemen (AC) der Elektromobilität“ und „Errichten und Prüfen von ET-Systemen (AC) der Elektromobilität (Messen und Prüfen)“ an. Seither wird an konkreten Praxisbeispielen die zum Teil umfangreiche Auslegung und Planung von Ladeinfrastruktursystemen trainiert. Die aktuellen VDE-Richtlinien, die technischen Anschluss-bedingungen sowie die Niederspannungsanschlussverordnung und der Überspannungsschutz werden bei der Planung ebenso berücksichtigt wie die fachgerechte Dimensionierung der Leitungs- und Schutzsysteme.

Doch auch die alltägliche Installationspraxis kommt nicht zu kurz. Im Modul „Errichten und Prüfen von ET-Systemen (AC) der Elektromobilität (Messen und Prüfen)“ werden Ladesysteme praktisch angeschlossen, in Betrieb genommen und messtechnisch untersucht. Bei der Inbetriebnahme wird z. B. die Funktion der Ladesäulen mit Mode 3 in Verbindung mit einem Stecker Typ 2, messtechnisch - durch Simulation eines Elektrofahrzeugs und Anzeige aller relevanten Zustände des PWM-Signals - überprüft. Sollte es zu keinem Ladevorgang zwischen Ladesäule und Fahrzeug kommen, wird das PWM-Signal mittels Analyser protokolliert. Dadurch können die Teilnehmer im Fehlerfall eine schnelle Kommunikationsdiagnose durchführen und den Fehler sicher orten. Die abschließende Messung nach VDE 0100 Teil 600 bildet einen weiteren Teil der Inbetriebnahme-Dokumentation. Ebenso wird von den Teilnehmern die Prüfsystematik bei Wiederholungsprüfungen nach DIN VDE 105 Teil 100 erarbeitet. Mit diesem umfangreichen Know-How ausgestattet sind die Seminarteilnehmer in der Lage, Ladeinfrastruktur betriebssicher zu planen, zu installieren, fachgerecht elektrisch zu versorgen, evtl. notwendige Erweiterungen in der Unterverteilung auszuführen, Ladeinfrastruktur in Betrieb zu nehmen, zu überprüfen und im Servicefall die richtigen Diagnosen durchzuführen.

Im März 2013 bekamen die ersten 38 „Spezialisten/innen (ELKOnet) für Ladeinfrastrukutursysteme der Elektromobiltät (ET/IT)“ auf der Landesmesse eltefa 2013 in Stuttgart ihre lang ersehnten Zertifikate. Die Unternehmen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Einführung der Elektromobilität und haben sich durch ihre Fortbildung auf die Pole-Position im Markt vorgeschoben. Wenn es um eine sichere Ladung geht, sind sie für ihre Kunden nun Ansprechpartner Nr. 1.

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